AUTOnomie für Gemüsebauern

In „unserem“ Dorf im Senegal planen wir, ein neues Projekt zu unterstützen, das von der Dorfgemeinschaft initiiert wurde und das auf die wirtschaftliche Autonomie der Gemüseproduzenten im Ort abzielt.

In Thiangaye gibt es 7 land­wirtschaftliche Gemeinschafts­verbände, die seit 1981 den Anbau von Reis, Mais, Zwiebeln, Tomaten, Okraschoten, Melan­zani usw. betreiben. Das produzierte Gemüse wird billig an Zwischenhändler verkauft, da es keine Möglichkeit gibt, es aufzubewahren, zu verarbeiten und zu günstigeren wirt­schaftlichen Bedingungen selbst zu vermarkten. Letzten Endes werden die Bauern ausge­beutet, da der Großteil des Gewinns an die Zwischen­händler geht. Darum hat die Dorfgemeinschaft die Idee geboren, die Logistik zu verbessern und die Ver­marktung auf den attraktiven Märkten in der Hauptstadt Dakar bzw. in den größeren Städten der Umgebung von Thiangaye selbst in die Hand zu nehmen. Die Arbeit soll dadurch attraktiver und die Landflucht, vor allem der jungen Menschen, in die Stadt oder sogar ins Ausland verhindert werden. Der Rainbowtrust wurde konkret um Hilfe für die Anschaffung eines Fahrzeugs gebeten, da die Anschaffungskosten in einer Größenordnung liegen, die die Dorfgemeinschaft unmöglich selbst aufbringen kann. Es sind dafür über 12 Millionen CFA veranschlagt, das entspricht fast 20.000 Euro. Das ist auch für uns ein enormer Betrag. Die heutige Ausgabe der RainbowNews ist daher ein erster Aufruf, dieses sehr wichtige Projekt mit einer Spende zu unterstützen. 

Die Wirtschaftlichkeit des Projekts soll noch dadurch erhöht werden, dass das Fahrzeug auch für Fahrtendienste aller Art vermietet werden soll. Die Dorfgemeinschaft hat sich ausführlich Gedanken darüber gemacht, wie die Vermarktung organisiert werden und die Amortisation des Fahrzeugs ebenso wie die Betriebs- und Erhaltungskosten gedeckt werden sollen. Das Projekt soll für mehr als 280 Familien in Thiangaye den Nahrungsmangel lindern und die Arbeit gewinnbringender machen, weiters soll das Sparen für Saatgut ermöglicht und die lokale Wirtschaft verbessert werden.

                                                  R. Götz